Die angehende Maschinen- und Anlagenführerin Jennifer Fauser über ihre Ausbildung bei tegos.

Warum bin ich Maschinen- und Anlagenführerin geworden? Und warum genau in dieser Firma? Um euch das zu beantworten, muss ich etwas weiter ausholen.

„Alles, was ein Mann kann, kann eine Frau genauso und noch viel besser. Du musst alles können, was ein Mann kann! Dann bist du nie von einem abhängig.”  -Zitat meiner Mutter

Das sind Sätze, die zu einem großen Teil meine Kindheit prägten. Ich bin gemeinsam mit zwei älteren Schwestern in Pfullendorf großgeworden. Es war nicht immer leicht mit ihnen, und da ich beide stets als die „typischen Mädchen“ empfunden habe, war mir immer klar, dass ich mich anders entwickeln wollte. Keine Prinzessin, kein Interesse an den für Mädchen typischen Themen! Meine Mutter war mir in diesem Punkt eine sehr große Unterstützung, sie konnte einfach alles und von Kochen bis zum Auspufftausch hat sie mir eine Menge beigebracht. Dabei pflegte sie stets zu sagen: „Was ein Mann kann, können wir viel besser“. Der Hauptgrund, weshalb ich immer schon einen Industrie- und Handwerksberuf erlernen wollte, war also meine Familie. Da es aber vor 17 Jahren alles andere als üblich war, dass ein Mädchen nicht den Beruf der Friseurin ansteuert, musste ich diesen Traum für ganze 16 Jahre begraben.

2016 begann für mich ein neuer Lebensabschnitt: ich trat im Unternehmen tegos GmbH & Co KG eine Arbeitsstelle als Produktionsmitarbeiterin an. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich in dem Alter jemals noch mit einer Ausbildung beginnen würde.  Doch wie durch Schicksal hatte der Ausbildungsleiter der Firma etwas in mir gesehen und erkannt, was mir bis zu diesem Moment noch verborgen gewesen war: Potential.  Er sprach mich gezielt darauf an und ermutigte mich dazu, meinen Traum zu verwirklichen. Und was soll ich sagen- das habe ich getan! Ich beende in diesem Jahr meine Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin, zwei aufregende Jahre liegen hinter mir. Es macht mir jeden Tag aufs Neue Spaß, den Erkenntnissen und Herausforderungen des Alltags zu begegnen und mich dabei immer weiter zu entwickeln.  Ich weiß jetzt, wie aufmerksam ich sein muss, um eigenständig zu arbeiten, Lösungen für Probleme zu finden und meine Maschinen und Anlagen so gut zu kennen, dass ich sofort merke, wenn etwas nicht funktioniert.  In meinem Alltag muss ich die Anlagen rüsten, bedienen, sowie kleine Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten und sogar Programmierungsarbeiten durchführen. Von meinen Vorgesetzten und meinem Ausbildungsleiter werde ich tatkräftig in allen Bereichen eingearbeitet, und ich genieße es sehr, jeden Tag etwas Neues zu lernen.

Auch wenn ich in einem vorwiegend männerlastigen Berufsumfeld arbeite, habe ich die Männer gut im Griff. Als Frau braucht man dabei ein dickes Fell, so viel steht fest. Aber dank meiner Mutter, meiner Familie und meinem Verlobten hatte ich mit Problemen in diese Richtung nie zu kämpfen. Ich bin froh und dankbar für die Chance, auch in meinem Alter noch meinen Traum einer handwerklichen Ausbildung leben zu dürfen. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Deswegen mag ich meine Firma mit all ihren Mitarbeitern so: sie geben jedem einzelnen die Chance, die sie verdienen.